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GLAKTIV
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Inhalt: Maßnahmen

In den Demonstrationsbetrieben wird eine abgestufte Grünlandbewirtschaftung bereits vielfach praktiziert. GLAKTIV knüpft daran an, entwickelt sie systematisch weiter und bewertet ihre ökologischen und ökonomischen Wirkungen. Je nach Standort und Betrieb kommen dabei unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz.

Die Forschung zeigt deutlich, dass Grünlandnutzung nicht auf eine einzelne Maßnahme reduziert werden kann. Mahd, Beweidung, Düngung, Standort und Pflanzenbestand wirken zusammen. Eine hohe Nutzungs- und Düngungsintensität kann zwar Ertrag und Futterqualität steigern, geht aber häufig mit geringerer Artenvielfalt einher.

Umgekehrt ist Extensivierung nicht automatisch erfolgreich. Wird ein Bestand zu wenig genutzt, kann er verfilzen, verbuschen oder von konkurrenzstarken Arten dominiert werden. Besonders spezialisierte Pflanzen- und Tierarten, die auf bestimmte Bewirtschaftungsformen angewiesen sind, reagieren empfindlich auf Nutzungsaufgabe bzw. Unternutzung. Der Erhalt von Biotopgrünland setzt deshalb verlässlich aktive und regelmäßige Nutzung bzw. Pflege voraus.

Für jeden Demonstrationsbetrieb wird im Rahmen des Projekts daher auf Basis einer Status-quo-Erhebung ein individuelles Zielkonzept entwickelt, das die verschiedenen Nutzungsintensitäten integriert und auf die spezifischen Standort- und Betriebsbedingungen zugeschnitten ist.

Effizienzsteigerung der Produktion

(alle Regionen)

Auf produktiven Flächen steht die Verbesserung von Grobfutterleistung und Futterqualität im Vordergrund. Dazu werden Düngungsstrategien optimiert, Schnittzeitpunkte und Weideintensitäten standortangepasst gesteuert und die mosaikartige Bewirtschaftung mit unterschiedlichen Intensitätsstufen weiterentwickelt. Ergänzend kommen Aspekte wie die Optimierung des Boden-pH-Wertes, die Vermeidung von Bodenverdichtung sowie Nachsaaten mit klimaresilienten Gräsern, Klee- und Kräuterarten zum Einsatz. In Nord-West, Mitte-West und Süd-Ost werden darüber hinaus Extensivierungsstreifen als Instrument zur Strukturdiversifizierung eingesetzt.

Diversifizierung der Verwertung

(regional differenziert)

Extensive Aufwüchse können nicht immer direkt in der Milchviehfütterung eingesetzt werden. GLAKTIV erprobt und bewertet daher alternative Verwertungswege: Fütterung von Trockenstehern, Jungvieh, Pferden sowie Ziegen und Schafen, aber auch Verwendung als Einstreu. In den Regionen Nord-West, Nord-Ost, Mitte-West und Mitte-Ost werden zusätzlich energetische Nutzungspfade (Biogas, thermische Verwertung) sowie Möglichkeiten der Rohstoffverwertung betrachtet, insbesondere dort, wo Viehhaltung rückläufig ist und alternative Verwertung die Offenhaltung der Flächen unterstützen bzw. sichern kann. 

Steigerung der Biodiversität

(regional differenziert)

Auf extensiv genutzten Flächen werden Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt erprobt: Nachsaaten und Durchsaaten mit artenreichen Mischungen sowie Klee- und Kräuterarten (alle Regionen), Mahdgutübertragung und Aufwertung von Randstrukturen wie Gewässerrändern (Nord-West und Mitte-West), Durchsaat mit klimaresilienten Gräserarten (Nord-West, Nord-Ost, Mitte-West, Süd-West und Süd-Ost) sowie Optimierung der Bewirtschaftung bereits vorhandener artenreicher Flächen (alle Regionen). Ziel ist die Verbindung von Artenvielfalt und gesicherter Futterproduktion auf Betriebsebene.

Wissenschaftliche Begleitung und Monitoring

Alle Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet. Auf den Demonstrationsflächen werden Ertrag und Futterqualität (mittels NIRS-Analyse am JKI), die botanische Artenzusammensetzung sowie Bodenparameter (pH-Wert, Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt, Phosphor, Kalium, Magnesium) erfasst. Zusätzlich werden Giftpflanzen wie zum Beispiel Jakobskreuzkraut und Herbstzeitlose systematisch erhoben, da sie die Verwertbarkeit des Aufwuchses negativ beeinflussen können. Die ökonomischen Effekte werden über Deckungsbeitragskalkulationen ausgewertet. Die ökologischen Effekte werden anhand spezieller Biodiversitätsindizes evaluiert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den überregionalen Vergleich und den Wissenstransfer.

Betriebsindividuelle Zielkonzepte

Für jeden Demonstrationsbetrieb wird auf Basis einer Status-quo-Erhebung ein individuelles Zielkonzept erarbeitet, das Ertrag, Futterqualität, Biodiversität und Klimaschutz in Einklang bringt. Es integriert die verschiedenen Nutzungsintensitäten und berücksichtigt Zielkonflikte zwischen Ertrags- und Futterqualitätsoptimierung, Biodiversität und Ökosystemleistungen. Ein enger Austausch mit den Regionalkoordinatoren stellt sicher, dass Erfahrungen systematisch dokumentiert und für den Wissenstransfer aufbereitet werden.