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Inhalt: Bedeutung von Grünland

Grünland gehört zu den wichtigsten und zugleich oft unterschätzten Landschaftsformen in Deutschland. Wiesen und Weiden, die dauerhaft mit Gräsern, Kräutern und anderen Pflanzen bewachsen sind, dienen nicht nur als Futtergrundlage für Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferde, sondern erfüllen gleichzeitig zahlreiche Aufgaben für Umwelt, Klima und Gesellschaft.

Eine zentrale Bedeutung hat Grünland für die Ernährung von Wiederkäuern. Diese Tiere können Gras und andere Pflanzen verwerten, die für den Menschen nicht direkt essbar sind. Dadurch entstehen hochwertige Lebensmittel wie Milch und Fleisch, ohne dass dafür zwingend zusätzliche Ackerflächen benötigt werden. Besonders in Regionen mit steilen Hängen, Moorböden, Höhenlagen oder feuchten Standorten ist Grünland oft die einzige sinnvolle landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit.

Grünlandböden speichern fast doppelt so viel organischen Kohlenstoff wie Ackerböden und tragen so dazu bei, Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre langfristig zu speichern. Gleichzeitig schützt Grünland den Boden vor Erosion und verbessert die Wasserspeicherung in der Landschaft. Gerade angesichts zunehmender Wetterextreme wie Trockenheit oder Starkregen gewinnt diese Funktion immer mehr an Bedeutung. Diese Speicherfunktion setzt eine aktive Bewirtschaftung der Flächen voraus. Ohne Nutzung verfilzen Bestände, Gehölze breiten sich aus und ökologisch wertvolle Lebensräume gehen verloren.

Auch für die biologische Vielfalt ist Grünland unverzichtbar. Über die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Tier- und Pflanzenarten kommt auf Grünlandstandorten vor bzw. sind mit Grünland assoziiert. Besonders extensiv genutztes Grünland mit später Mahd oder geringer Düngung bietet wertvolle Lebensräume für bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Gleichzeitig prägt Grünland vielerorts das Landschaftsbild und ist ein wichtiger Faktor für Erholung, Tourismus und regionale Identität.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Grünlandbewirtschaftung stark verändert. Intensivere Nutzung mit häufigerer Mahd und hoher Düngergabe führten vielerorts zu einem Rückgang der Artenvielfalt. Gleichzeitig werden Grünlandflächen mit geringem Ertragspotential immer weniger genutzt, weil sich ihre Bewirtschaftung wirtschaftlich kaum noch lohnt und die Viehbestände zurück gehen. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen: Trockenperioden, steigende Temperaturen und neue Krankheitserreger setzen vielen Grünlandregionen zu.