Inhalt: Region Süd-West
Die Modellregion Süd-West umfasst verschiedene Grünlandräume in Baden-Württemberg: die Gunstlagen Oberschwabens und des Allgäus, die Mittelgebirgslagen des Schwarzwaldes sowie die sommertrockenen Standorte der Schwäbischen Alb.
Standortbedingungen
Das Grünland in Baden-Württemberg zeichnet sich durch eine standörtliche und nutzungsbedingte Heterogenität aus. Die südlichen Landesteile sind durch eine gute Wasserversorgung sowie ertragreiche Böden geprägt. In diesen wird das Grünland überwiegend von spezialisierten Milchviehbetrieben genutzt, deren Bewirtschaftung durch eine hohe Nutzungsintensität und überwiegend Schnittnutzung gekennzeichnet sind. Eine Bewirtschaftung intensiver Flächen stellt hohe Anforderungen an das Bestandsmanagement: Für eine langfristige hohe Futterqualität und Ertragsstabilität ist der Erhalt einer dichten Grasnarbe von zentraler Bedeutung. Eine typische Herausforderung in der Region stellt die Ausbreitung der gemeinen Rispe dar, welche wertvolle Futtergräser verdrängen kann. Daher ist ein angepasstes Grünlandmanagement zur Erhaltung einer dichten Grasnarbe besonders wichtig, um die Bestandsqualität langfristig zu sichern. Abstufungen in der Nutzungsintensität entstehen in den Regionen Oberschwaben und Allgäu häufig durch die Beweidung mit Jungvieh sowie durch extensive Nutzung betriebsferner Grünlandflächen. Diese extensivere Nutzung leistet insbesondere in einer insgesamt intensiv bewirtschafteten Region einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität.
Die Produktionsbedingungen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb sind im Vergleich zu den Grünlandregionen des südlichen Voralpenlands deutlich anspruchsvoller. Steil- und Höhenlagen, flachgründige, teils auch sehr schwere Böden und zunehmende Sommertrockenheit begrenzen das Ertragspotenzial und können die Futterqualität beeinträchtigen. Dennoch spielt auch hier die Milchviehhaltung eine große Rolle. Ergänzend stellen die extensivere Bullenmast sowie die Pferdehaltung wichtige Verwertungsmöglichkeiten für Grünland dar. Charakteristisch für diese Region ist ein großer Anteil an FFH-Mähwiesen mit hoher naturschutzfachlicher Bedeutung: In Baden-Württemberg umfassen diese rund 60.000 ha. Gleichzeitig erschwert der anhaltende Rückgang der Viehhaltung zunehmend die Verwertung der Grünlandaufwüchse, insbesondere auf extensiv bewirtschafteten und naturschutzfachlichen wertvollen Flächen. Darüber hinaus erschwert die Ausbreitung von Giftpflanzen wie der Herbstzeitlosen die Bewirtschaftung. Ehemals intensiv bewirtschaftete Flächen, die inzwischen extensiv genutzt werden, bieten Potenzial für eine botanisch Aufwertung, etwa durch eine standortangepasste Nachsaat. Vor diesem Hintergrund liegt ein besonderer Fokus auf der Entwicklung von Anpassungsstrategien an zunehmende Sommertrockenheit sowie auf der Sicherung einer angepassten Nutzung naturschutzfachlich wertvoller Grünlandbestände.
Koordination Region Süd-West
Kilian Obermeyer
Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW)
Fachbereich Grünlandwirtschaft und Futterbau
Lehmgrubenweg 5, 88326 Aulendorf
Elsa Friedrich
Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW)
Fachbereich Grünlandwirtschaft und Futterbau
Lehmgrubenweg 5, 88326 Aulendorf